«Reicht eine Lagenklassifikation aus, um Herkunftscharakter und Qualität zu garantieren?»

  • Kann aus einer „begrenzten“ Herkunft eine „garantiert“ höhere Qualität erzielt werden?
  • Und welche Voraussetzungen sind dazu notwendig?
  • Welche Faktoren können eine Lagenklassifikation begründen?
  • Welche Kriterien und Parameter sind erforderlich, damit eine Lagenklassifikation im Weingesetz verankert werden kann?
  • In welcher Form kann die Qualitätsdefinition der Rieden, Orte und Weine österreichweit stattfinden?

26. April 2018
VILA VITA PANNONIA
Pamhagen

Mit diesen und weiterführenden Fragen sollen die unterschiedlichen Annährungen und Positionen zur Lagenklassifizierung besprochen und diskutiert werden. So wird zu Beginn ein Überblick zum Status der aktuellen Lagendiskussion in Österreich gegeben und die Chancen und Risiken einer Lagenklassifikation aus Sicht des österreichischen Weinmarketings erörtert. Experten und Winzer aus Deutschland und Frankreich erläutern infolge, wie die Klassifikation der Lagen bei den VDP und in Frankreich umgesetzt wurde und welche Faktoren und Parameter hier relevant sind. Danach erörtern die Österreichischen Traditionsweingüter, die STK-Vereinigung und WienWein ihren Zugang und ihre Vorstellungen zur Klassifikation der Lagen. Weinverkostungen veranschaulichen die einzelnen Ausführungen und Diskussionen geben dem Auditorium die Möglichkeit der Interaktion.


PROGRAMM

  • Beginn 08:45 Uhr

  • „Chancen und Risiken einer österreichischen Klassifizierung“

    Mag. Willi Klinger

    Diskussion

  • „Die VDP.Klassifikation – Aspekte aus der Marktperspektive“

    Janek Schumann MW, Armin Diel (Vizepräsident VDP)

    Weinverkostung und Diskussion

  • „Systeme der Lagenklassifizierung in Frankreich“

    Weinverkostung und Diskussion

  • Mittagessen

  • „ÖTW Erste Lage und mehr – das Lagenkonzept der Österreichischen Traditionsweingüter“

    Michael Moosbrugger

    Weinverkostung und Diskussion

  • „Das Modell der Lagenklassifikation der Steirischen Terroir- und Klassikweingüter“

    Katharina Tinnacher

    Weinverkostung und Diskussion

  • „WienWein – auf dem Weg zur Lagenklassifizierung“

    Fritz Wieninger

    Weinverkostung und Diskussion

  • Finale Diskussionsrunde

    mit den Referenten und Vertretern der österreichischen Weinwirtschaft

  • Beginn 17:00 Uhr

  • „Big Bottle Party“

    und Kommunikationsplattform – informelle Gespräche / Kulinarik / Weinverkostung

  • Änderungen vorbehalten


REFERENTEN

  • MAG. WILLI KLINGER

    MAG. WILLI KLINGER

    Geschäftsführer Österreich Wein Marketing

    Sein Handwerk lernte der Gastwirtssohn aus Oberösterreich beim renommierten Weinhändler A.V. Stangl in Salzburg. Er war maßgeblich am Aufbau der Weinhandelskette Wein & Co beteiligt, leistete als Geschäftsführer der Freien Weingärtner Wachau Pionierarbeit für den Österreichischen Wein und war bei Kultwinzer Angelo Gaja für mehr als 50 Exportmärkte verantwortlich, bevor er 2007 die Geschäftsführung der Österreich Wein Marketing übernahm. Willi Klinger wird das Thema der Lagenklassifizierung in Österreich aus Sicht des Weinmarketings erörtern.

  • JANEK SCHUMANN MW

    JANEK SCHUMANN MW

    Der Quereinsteiger beschäftigt sich seit nahezu 20 Jahren hauptberuflich mit dem Thema Wein. Seit 2015 ist er einer von acht deutschen Master of Wine. Er arbeitet als Vortragender und Consultant im mitteleuropäischen Raum. Im deutschen Freiberg betreibt er den Weinhandel La Vinotheque und die Weinbar Herder Zehn. Außerdem ist er Jury-Mitglied und Verkoster für verschiedene Publikationen und Weinführer. Janek Schumann gilt als Experte für Klassifikationen. Er wird das VDP.System, die Grundlagen, Vor- und Nachteile näher beleuchten und Aspekte aus der Markt- und Konsumentenperspektive diskutieren.

  • ARMIN DIEL

    ARMIN DIEL

    Vizepräsident VDP.Deutschland

    Armin Diel leitete 30 Jahre das renommierte Schlossgut Diel im Weinbaugebiet Nahe. Das renommierte Weingut mit mehr als 200-jähriger Familiengeschichte ist seit 1989 Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter. 23 Jahre bis 2016 führte Armin Diel den Regionalverband Nahe, seit 10 Jahren ist er Vizepräsident des VDP-Bundesverbandes. Daneben ist er als Weinpublizist tätig, unter anderem war er 16 Jahre Chefredakteur des Gault Millau Weinguide Deutschland. Er wird das VDP.Klassifikationssystem aus Sicht und Erfahrung des Winzers beleuchten und anhand einer Weinverkostung die verschiedenen Qualitätsstufen näher erläutern.

  • LAGENKLASSIFIKATION IN FRANKREICH

    Die Herkunft (Appellation) als wesentliches Qualitätsmerkmal. Die Klassifikation von Lagen hat im Elsass und Burgund lange Tradition. Für verschiedene Bestrebungen zur Lagenklassifikationen privatrechtlicher Vereinigungen dienen diese legistischen, zentral organisierten Qualitäts-Einstufungssysteme – insbesondere das burgundische 4-Qualitätsstufen-System – als Vorbild und im Ansatz als Orientierung. Die Grundlagen, Voraussetzungen und Parameter für eine Klassifikation sollen für die Appellationssysteme im Elsass und Burgund beleuchtet werden, im Hinblick auf die Frage, was auf österreichische Verhältnisse anwendbar wäre.

  • MICHAEL MOOSBRUGGER

    MICHAEL MOOSBRUGGER

    Obmann Österreichische Traditionsweingüter

    Die Österreichischen Traditionsweingüter wurden 1992 mit dem primären Ziel gegründet im Donauraum sowie in anderen Gebieten Österreichs eine Lagenklassifizierung zu etablieren. Der Verein ist Wegbereiter eines neuen Ansatzes und Methodik hinsichtlich der Klassifikation von Weingärten, die in wenigen Jahren die Grundlage für eine gesetzliche Basis bilden kann. Michael Moosbrugger ist seit 1996 für das Weingut Schloss Gobelsburg verantwortlich und seit 2006 Obmann der ÖTW. Er wird Methodik, Strategie und Zielsetzung des Klassifikationsmodells der Österreichischen Traditionsweingüter näher beleuchten.

  • DI KATHARINA TINNACHER

    DI KATHARINA TINNACHER

    Steirische Terroir- und Klassikweingüter

    Seit mehr als 30 Jahren arbeiten die Steirischen Terroir- und Klassikweingüter an der Entwicklung der steirischen Weinkultur. 2007 setzten sie mit ihrer privaten Klassifizierung der Ersten- und Großen-STK-Lagen neue Impulse, bereits damals mit dem erklärten Ziel, diese Klassifikation zukünftig mit gesetzlich verankertem Status für die gesamte Steiermark einzuführen. Seit einigen Jahren arbeitet die junge Generation der STK-Winzer an der objektiven Bewertung der Faktoren für eine Etablierung der Klassifikation für die Steiermark. Katharina Tinnacher, STK-Winzerin und Eigentümerin des Weingutes Lackner-Tinnacher, wird das Klassifikationsmodell der STK erörtern.

  • FRITZ WIENINGER

    FRITZ WIENINGER

    Obmann WienWein

    Die Gruppe WienWein bestehend aus sechs renommierten Wiener Weingütern nimmt seit mehr als 10 Jahren die Zukunftsthemen des Wiener Weins auf. Seit längerem verfolgt der Verein das Ziel, für das Weinbaugebiet Wien eine Lagenklassifizierung nach internationalem Standard zu etablieren. 2017 wurden nun die „Ersten Lagen“ der WienWein-Gruppe klassifiziert. Oberstes Ziel ist ein zukünftiges, österreichweites Lagenklassifikationssystem. Fritz Wieninger ist seit 2005 Obmann von WienWein und betreibt die Weingüter Wieninger und Hajszan Neumann. Er wird Idee, Strategie und System der WienWein Lagenklassifikation erläutern.

  • MODERATION

  • WILLI BALANJUK

    WILLI BALANJUK

    Als Moderator wird wieder Willi Balanjuk durch das Weinforum Burgenland 2018 führen und die Diskussionen rund um die Lagenklassifizierung in Österreich leiten. Willi Balanjuk – ehemals Marketingleiter bei Wein & Co und Geschäftsführer des Mayer am Pfarrplatz, Lektor an der Weinakademie Österreich – war und ist in verschiedensten Bereichen der Weinwirtschaft tätig. Seit 5 Jahren leitet er die Weinredaktion bei A la Carte. Vielseitig in seinem Engagement gilt er als einer der größten Weinkenner des Landes.


«Worum es geht»

Die Gesetzgeber haben historisch über zwei Definitionen der Weinqualität die Weinwelt geprägt. Neben der „pragmatischen“ Reife der Trauben (Zuckergehalt bei der Lese) hat das romanische Weinrecht im Wesentlichen die Herkunft als Ausgangsparameter festgelegt. Darüber hinaus definiert das romanische Weinrecht weitere Richtlinien u.a. für erlaubte Rebsorten in einer Region, Mindestalkohol, Ausbauvarianten sowie für das Cuvéetieren und Inverkehrbringen von Wein.

Für reinsortige Weine ist das burgundische „4-Stufen-System“ das Erstrebenswerteste. Dieses legt fest, dass einfache Qualitäten aus Chardonnay und Pinot Noir – „Génerique“ – aus den 28.500 Hektar der Burgund stammen müssen. Der Ausbau erfolgt im „Pièce“, einem 228 Liter Fass. Die 2. Stufe „Village“ – Ortsweinqualität – stammt aus Trauben definierter Gemeinden (44) und soll über einen „eigenständigen“ Charakter verfügen. Die 3. Qualitätsstufe der „Premier Cru“ Weine – „Erste Lage“ – sind definierte Rieden, die sich innerhalb dieser oben genannten Gemeinden befinden. In dieser Kategorie sind über 650 Weingärten in der Burgund definiert. Die höchste Kategorie stellen „Grand Cru“ Weine dar, die meist historisch dokumentiert sind und ein individuelles Geschmacksprofil anbieten. Diese 33 Grand Cru Lagen (Weiß und Rot) der Côte de Nuits und Côte de Beaune sind Appellationen für sich mit eigenem definierten Regelwerk. Lässt sich dieses System eins zu eins auf Österreich übertragen?

In Österreich haben die Traditionsweingüter viel Vorarbeit in dieser Richtung geleistet. Dieser Verein wurde 1992 gegründet, hat 2010 die Rieden seiner Mitgliedsbetriebe klassifiziert und versucht über die DAC Regelung des österreichischen Weingesetzes hinaus die Qualitäten zu definieren. In der Steiermark arbeitet die Gruppe der STK-Winzer seit 1997 an einem ähnlichen Modell, das ihre Weine in vier Qualitätsstufen einbettet. 2007 wurde mit der Klassifizierung der Lagen ihrer Mitglieder begonnen, was in der Vergabe von Ersten STK Lagen und Großen STK Lagen mündete. Auch in Wien haben die Winzer von WienWein im letzten Jahr ihre Lagen klassifiziert und sind gerade dabei die Qualitätsstufen zu definieren.

Die DAC-Regeln fokussieren ein Weinbaugebiet auf vereinbarte Rebsorten mit einer gemeinsamen Mindestqualität und bieten mit der DAC Reserve Kategorie eine zweite, höhere Qualitätsstufe an. Reicht diese 2-Stufigkeit aus, um die besten Weine einer Region zu präsentieren? Das Leithaberg DAC Konzept sieht seine Qualität als Reserve und will darüber hinaus eine Riedenangabe verankern, um die Qualität und die Herkunft in noch engeren Zusammenhang zu bringen. Das Mittelburgenland DAC Konzept verwendet Riedennamen schon in der mittleren Kategorie, um einen Unterschied zu dokumentieren. Wenn das auch bei DAC Reserve Weinen passiert – ist das für den Konsumenten nicht zu verwirrend?

Was alle vereint, ist das Bestreben einen höherwertigeren Wein aus einer „kleineren“, begrenzten Herkunft zu keltern. Kann das der Konsument aber nachvollziehen?
Beim Weinforum Burgenland werden sich nationale und internationale Fachleute und Winzer mit diesen Fragen auseinandersetzen und die verschiedenen Systeme der Lagenklassifikation in Vorträgen und Diskussionen erörtern.


BIG BOTTLE PARTY

bottleparty

Die Big Bottle Party ist der gemütliche Ausklang des Weinforum Burgenland und dient als Kommunikationsplattform. Die Tagungsteilnehmer können in entspannter Atmosphäre die Diskussion um die Klassifizierung von Lagen fortsetzen und sich mit Winzerkollegen und Referenten in einem persönlichen Gespräch austauschen. Alle beim Weinforum Burgenland teilnehmenden Winzer sind aufgefordert, die eine oder andere besondere Magnum mitzubringen (bitte bereits bei der Registrierung zu Tagungsbeginn abgeben, damit der Wein entsprechend vorbereitet werden kann). An der Big Bottle Bar gibt es dann diese besonderen Tropfen und auch andere Raritäten zum Verkosten und zum Besprechen. Ein pannonisches Buffet mit Produkten aus der Region Neusiedler See – Seewinkel sorgt für das leibliche Wohl.

Bitte bei der Anmeldung zum Weinforum Burgenland angeben, welchen Wein Sie zur Big Bottle Party mitbringen.


WEINE

Weinverkostungen nach jedem Vortrag sollen die Ausführungen der Referenten veranschaulichen. Demnächst finden Sie hier die Weine, die zur Verkostung gelangen werden.


ANMELDUNG / TICKET

Tagungsgebühr 150,00 Euro exkl. USt. (inkl. Weinverkostung, Kaffeepausen, Mittagessen, Big Bottle Party, Getränke)

Hier kommen Sie zu Ihrer Eintrittskarte für das Weinforum Burgenland 2018. Für die Anmeldung ist es erforderlich, dass das Ticket personalisiert wird, dh. der Tickethalter muss bei Kauf angegeben werden. Bitte geben Sie bei der Anmeldung auch den Wein an, den Sie zur Big Bottle Party mitbringen. Sie erhalten nach erfolgter Anmeldung das Ticket und die Rechnung per Mail.



NÄCHTIGUNG

Sie haben eine weite Anfahrt und möchten bereits am Vortag anreisen? Sie möchten nach dem Weinforum Burgenland bzw. nach der Bottle Party nicht mehr mit dem Auto fahren? Aus diesem Grund haben wir für den 25. und 26. April 2018 ein Kontingent an Hotelzimmern bis 09. April 2018 reserviert. Bis zu diesem Termin garantieren wir Ihnen verfügbare Zimmer im Hotel Vila Vita Pannonia.

Bitte buchen Sie unter dem Veranstaltungstitel „Weinforum Burgenland“ gerne direkt im Hotel:

Vila Vita Pannonia
Storchengasse 1
7152 Pamhagen
+43 (0) 2175 / 2180-0
info@vilavitapannonia.at


FOTOGALERIE

Alle Fotos des Weinforum Burgenland 2018 werden nach der Veranstaltung hier zum Download zur Verfügung gestellt. Gewinnen Sie einen Eindruck vom Weinforum Burgenland. Impressionen des vergangenen Weinforum Burgenland zum Thema „Topwein – was ist das? Welche Kriterien muss ein großer Wein erfüllen?“ finden Sie hier.


TAGUNGSUNTERLAGEN

Nach der Veranstaltung werden alle Tagungsunterlagen zum Download zur Verfügung gestellt.


IMPRESSUM

Medieninhaber und Herausgeber

Landesgremium Weinhandel der Wirtschaftskammer Burgenland
Obmann KommR Helmuth Renner
Robert-Graf-Platz 1
7000 Eisenstadt
info@weinforum-burgenland.at
www.weinforum-burgenland.at

Organisation Weinforum Burgenland

zweischrittweiter event & consulting gmbh
Tel: +43 (0) 1 718 69 70

Konzeption und Realisation

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